HAUT COUTURE

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Perfektion war gestern. Hier kommt Authentizität! ALPHENBERG, Premiumhersteller von Böden und Wandverkleidungen aus Leder ist der perfekte Partner für kommerzielle und private High-End-Projekte, die eine Prise Wärme, Charakter und Individualität benötigen.

Dramatischer Auftritt: die Wendeltreppe im Flagshipstore von Erno Laszlo auf dem Broadway in New York. Handlauf und Stufen sind mit Versionen des gleichen Leders bezogen

„Wenn Sie Leute auf der Strasse um eine Aufzählung fünf verschiedener Arten von Bodenbelägen bitten werden Sie alles hören, von Stein über Holz zu PVC, aber niemals Leder“, sagt Rob Koemans, Managing Partner von Alphenberg, dem holländischen Spezialisten für Bodenbeläge und Wandverkleidungen aus Leder. Das Unternehmen ist eindeutig auf der Mission diese Wahrnehmung zu ändern. In den sechs Jahren seit seiner Gründung ist Alphenberg zu einem wahren Meister für anpassbare High-End-Lederprodukte für Böden und Wände geworden, die einfach schön, robust und einzigartig sind.

Teppich des niederländischen Designers Osiris Hertman aus Stücken von Alphenberg-Leder in verschiedenen Farben, Größen und Drucken. Hier ausgestellt auf der LXRY-Messe in Amsterdam, die jedes Jahr im Dezember stattfindet

Natürlich hört das Angebot nicht bei Wänden und Böden auf. Alphenberg produziert auch Leder für Kopfteile, Tischplatten und Möbel. Tatsächlich liegt die Stärke des Unternehmens im Eingehen auf individuelle Kundenwünsche. „Die meisten Leute interessieren sich nicht für Standardfarben und -grössen“, sagt Koemans. „Sie wollen ein massgeschneidertes Produkt.“ Dementsprechend sind etwa 90% der Alphenberg-Kunden Innenarchitekten und Architekten.

Die Projektliste des Unternehmens zeigt deutlich seine wachsende Anerkennung und Design-Credibility. Zu den Kunden gehören unter anderem Christian Louboutin (Alphenberg hat ein hochkomplexes Muster für einen Store in Dubai und einen in Los Angeles hergestellt), De Librije (ein 3-Sterne Restaurant in Zwolle, Holland, das einen Fischgrätmusterboden in hell- und dunkelgrau orderte), Porsche (Boden und Wände eines Simulationsraumes in der Amsterdamer Zentrale, in dem Kunden eine Porschefahrt erleben können, sind mit Alphenberg-Leder gerschmückt) und Erno Laszlo (deren Flagshipstore in New York purpurrote Stufen von Alphenberg und einen Handlauf für die zentrale Wendeltreppe erhielt).

Oben: Eine Auswahl von Standard-Alphenberg-Lederfliesen aus der Pampas-Serie, hier in den Farben: Oxblood, Straw, Tan und Moro. Unten: Die Häute werden aufgehängt, damit sie ihre Form behalten

Am Anfang war das Team stets auf Suche nach makelloser Perfektion, erklärt Koemans, aber schon bald war klar, dass die Anziehungskraft von Leder in seiner natürlichen Textur und Oberfläche besteht. Die Schönheit des Leders ist das, was es einzigartig macht, die Geschichte die es erzählt, deren Teil man mit der Zeit wird. Die Häute werden in einem traditionellen Verfahren mit pflanzlichen Mitteln gegerbt (was sie zu 99% biologisch abbaubar macht), wodurch sie ihre natürliche Maserung beibehalten. Farbe und Ton variieren von Haut zu Haut, und das Leder wird und sollte die Lebensgeschichte des Tieres erzählen, sagt Koemans.

Oben: Alphenberg arbeitet in einer historischen Lederverarbeitungsstätte, die sie langsam wiederherstellen möchten. Mitte: In grossen Trommeln werden die Häute weicher und heller gemacht. Unten: Mit Sand wird das Leder aufgeraut

„Der indische Wasserbüffel, den wir verwenden, hat in der Wildnis gelebt, also ist seine Haut gezeichnet von Mückenstichen und Narben von Kämpfen oder Zäunen“, sagt er. „Wir verdecken das nicht. Eher betonen wir diese natürliche Eigenschaft, weil wir der Auffassung sind, dass diese ‚Makel‘ das sind, was das Produkt schön macht.“ Je mehr Textur das Leder durch Kratzer und Narben hat, desto attraktiver und faszinierender sieht es aus. „Auch ein abgenutztes Stück Leder hat sehr viel Charakter“, sagt Koemans. „Wir verkaufen mittlerweile grosse Mengen gebrauchter Lederfliesen, die wir zuvor auf Messen oder für Shows verwendet haben.“

Oben: Die Rezeption im Hotel Houten in Utrecht verkleidet mit Leder aus der Tundra-Kollektion mit Kroko-Prägung. Unten: Sieht echt aus…

Alphenberg bietet sein Leder für Wände, Böden und Polstermöbel in verschiedenen Reihen: vom gefleckten Licht und der dunklen Patina der Tundra-Serie über die anitklederne Pampa bis zur glänzenden, glatten Oberfläche der Toscana-Reihe. Die Kollektionen unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Farbe, die Textur oder die Grösse und Form der Fliese, sagt Koemans, und sie können in verschiedenen Stärken produziert werden, je nachdem ob sie für Wand oder Boden gedacht sind.

Die Wände, Böden und Kamin eines Simulationsraums im Porsche HQ Amsterdam sind mit geräuschdämpfendem Alphenberg-Leder geschmückt

Ein verbreitetes Missverständnis über Leder ist, dass es leicht beschädigt werden kann. Tatsächlich aber ist es sehr langlebig und einfach zu pflegen. Privatkunden können ihren Boden ganz normal saugen und mit einem feuchten Tuch wischen. Alle sechs bis acht Wochen trägt man eine spezielle Pflegecreme auf, die das Leder nährt und ein Austrocknen oder Schrumpfen verhindert. „Kommt Rotwein auf das Material schützt die obere Wachsschicht das Leder für 24 Stunden“, erklärt Koemans. „Die meisten Leute werden wohl schneller etwas gegen den Fleck unternehmen.“ Für frequentiertere Bereiche behandelt Alphenberg das Leder mit zwei Extraschichten Versiegelung und Wachs, so dass der Boden wie jeder andere gereinigt werden kann. Trotzdem ist es natürlich beruhigend zu wissen, dass im Falle einer wirklichen Beschädigung einzelne Fliesen ausgetauscht werden können.

Kopfteil und Himmel des Bettelements in den Räumen des Steirereck Chalet Hotel in Pogusch, Österreich, sind mit Leder der Tundra-Reihe in der Farbe Clay bezogen

Im April bringt Alphenberg eine neue Kollektion von Leder speziell für Polstermöbel heraus und eröffnet seinen ersten eigenen, 150 Quadratmeter grossen Showroom und Flagshipstore in der Verwersstraat, einer berühmten Einkaufsstrasse im malerischen Den Bosch in Holland. In England kann man Alphenberg-Leder an den Wänden und Böden des ‚Bibliothekraumes‘ der Interior-Design-Abteilung des renommierten Londoner Kaufhauses Harrods bestaunen. Designer und Einkäufer können hier auch die gesamte Kollektion der Marke für Böden, Wände und Polster in Augenschein nehmen und befühlen.

Alphenberg zeigt auf dem Stand bei der Interieur Design-Biennale 2014 in Kortrijk kissenartige Polsterwände in Vertige ‚Schokolade‘

Als Alphenberg anfing gab es so gut wie keinen Markt für Lederböden. Mittlerweile hat die Vorliebe für Leder im Innenbereich spürbar angezogen. „Für uns wäre es eigentlich sehr gut, wenn wir neue Konkurrenz bekämen“, sagt Koemans. „Das würde das Bewusstsein für Lederböden und -wände steigern. Manchmal fühlt es sich noch so an, als seien wir die einzigen, die diesen Zug lenken.“ So wie es aussieht bestimmt nicht mehr lange…